THEMA 01
Für welche Fälle kommt § 81a infrage?
Das beschleunigte Fachkräfteverfahren ist ein vom Arbeitgeber eingeleiteter Verfahrensweg für geeignete Fälle der Fachkräfteeinwanderung. Es beginnt nicht schon mit einer Stellenanzeige und ist nicht automatisch für jede Person oder jeden Aufenthaltstitel passend. Prüfen Sie zuerst Arbeitsplatzangebot, Qualifikation, Aufenthaltsziel und die zuständige Ausländerbehörde.
THEMA 02
Schritt 1: Vollmacht und Ausgangsunterlagen
Die künftige Fachkraft bevollmächtigt den Arbeitgeber. Eine Passkopie und Nachweise zur Berufsqualifikation werden früh benötigt; weitere Unterlagen hängen vom Einzelfall ab. Namen, Geburtsdaten, Berufsbezeichnung und Tätigkeit müssen in Vollmacht, Arbeitsangebot und Nachweisen übereinstimmen. Fehlende oder widersprüchliche Angaben verzögern die nächsten Schritte.
THEMA 03
Schritte 2 und 3: Ausländerbehörde und Vereinbarung
Der Arbeitgeber wendet sich an die zuständige, teils zentrale Ausländerbehörde. Anschließend schließen Arbeitgeber und Behörde eine Vereinbarung über Ablauf, Beteiligte, Nachweise und Fristen. Das Bundesportal nennt für den Abschluss dieser Vereinbarung eine Bearbeitungsgebühr von 411 Euro; prüfen Sie den aktuellen Stand vor Antragstellung und regeln Sie intern transparent, wer Kosten trägt.
THEMA 04
Schritte 4 und 5: Anerkennung und Beschäftigungsprüfung
Die Ausländerbehörde stößt erforderliche Anerkennungs- oder Gleichwertigkeitsprüfungen an und beteiligt gegebenenfalls die Bundesagentur für Arbeit. Eine Vorabstimmung beschleunigt nicht die fachlichen Voraussetzungen weg: Die Anerkennungsstelle beurteilt die Qualifikation, die Arbeitsverwaltung prüft ihre zustimmungsrelevanten Aspekte der Beschäftigung. Das Ergebnis kann weitere Nachweise oder einen anderen Weg erforderlich machen.
THEMA 05
Schritte 6 und 7: Vorabzustimmung und Visumantrag
Wenn die Voraussetzungen im Verfahren vorliegen, kann die Ausländerbehörde eine Vorabzustimmung erteilen. Danach beantragt die Fachkraft das Visum bei der deutschen Auslandsvertretung. Diese prüft den Antrag weiterhin selbst; Vorabzustimmung und Termin sind keine Garantie für das Visum oder einen bestimmten Arbeitsbeginn.
THEMA 06
Welche Fristen sind planbar – und welche nicht?
Das Gesetz sieht für einzelne beteiligte Stellen verkürzte Verfahrensschritte vor. Sie setzen vollständige Unterlagen und die jeweils erfüllten Voraussetzungen voraus; hinzu kommen Vorbereitung, mögliche Rückfragen und das Verfahren bei der Auslandsvertretung. Planen Sie deshalb mit Meilensteinen – vollständiger Antrag, Anerkennungsentscheidung, Vorabzustimmung, Visumentscheidung – statt mit einem versprochenen Gesamtdatum.
THEMA 07
Praktische Entscheidungshilfe für Arbeitgeber
Vergleichen Sie vor der Beauftragung den regulären Weg mit § 81a: Ist das Profil bereits vollständig dokumentiert? Muss eine Anerkennung eingeleitet werden? Wer koordiniert Nachforderungen und Termine? Ist der Wunschstart realistisch? Das beschleunigte Verfahren lohnt sich nur, wenn es zum konkreten Fall passt und der Betrieb die eigenen Aufgaben zuverlässig übernehmen kann.
HÄUFIG GEFRAGT
Klare Antworten auf wichtige Fragen
Die wichtigsten Fragen zu diesem Thema – kompakt beantwortet und am offiziellen Verfahren orientiert.
01Wer beantragt das beschleunigte Fachkräfteverfahren?
Der Arbeitgeber stößt es mit Vollmacht der Fachkraft bei der zuständigen Ausländerbehörde an. Den anschließenden Visumantrag stellt die Fachkraft bei der deutschen Auslandsvertretung.
02Wie hoch ist die Verfahrensgebühr?
Das Bundesportal Make it in Germany nennt 411 Euro für die Vereinbarung mit der Ausländerbehörde. Weitere Kosten, etwa für Anerkennung oder Übersetzungen, können hinzukommen; Beträge und Kostentragung sollten vorab geprüft werden.
03Ist die Vorabzustimmung schon ein Visum?
Nein. Die Auslandsvertretung entscheidet nach ihrem eigenen Prüfverfahren über den Visumantrag.
04Kann eine fehlende Anerkennung im Verfahren nachgeholt werden?
Die zuständige Ausländerbehörde kann die Anerkennungsprüfung im Verfahren koordinieren. Ob und wie das im konkreten Fall möglich ist, richtet sich nach Beruf, Qualifikation und Aufenthaltsweg.
